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245 0 4 _aDie neue Sichtbarkeit des Todes /
_cThomas Macho, Kristin Marek (Hrsg.).
264 1 _aPaderborn :
_bWilhelm Fink Verlag,
_c2007.
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490 1 _aSchöningh and Fink History: Early Modern and Modern History E-Books Online, Collection 2007-2012, ISBN: 9783657100026
500 _aInternational conference proceedings.
504 _aIncludes bibliographical references.
520 _aDie Frage nach der neuen Sichtbarkeit des Todes und der Toten wird in diesem Band anhand von zahlreichen Beispielen aus Künsten und Medien diskutiert. Zu den elementaren Leitsätzen einer Beschreibung und Kritik der Moderne zählt die Behauptung, der Tod werde zunehmend verdrängt und ausgeschlossen. Gegen diese Behauptung lässt sich einwenden, der Tod selbst bleibe – aller Metaphysik zum Trotz – prinzipiell unvorstellbar, ungreifbar, opak. Der Tod kann also gar nicht verdrängt oder ausgeschlossen werden, ganz im Gegensatz zu den Sterbenden und Toten, die ab dem 19. Jahrhundert aus dem gesellschaftlichen Verkehr, den Praktiken und Inszenierungen eines symbolischen Tauschs, ins Niemandsland der Kliniken, Obduktionssäle, Leichenschauhäuser und exterritorialisierten Friedhöfe abgeschoben wurden. In seiner Studie über Nikolai Lesskow behauptete Walter Benjamin, es sei vielleicht der unbewusste „Hauptzweck“ der bürgerlichen Gesellschaft gewesen, „den Leuten die Möglichkeit zu verschaffen, sich dem Anblick von Sterbenden zu entziehen“. Seit einigen Jahren wird jedoch eine Revision dieser kulturkritischen Diagnosen geradezu erzwungen. Die Toten sind zurückgekehrt, nicht nur als Thema spiritueller, psychologischer oder philosophischer Diskurse, sondern in konkreter, sinnlicher, materieller Gestalt. Diese Rückkehr ereignet sich in den Künsten, in Literatur, Fotografien, Rauminstallationen und Ausstellungen; sie ereignet sich in Filmen und TV-Serien (wie „Six Feet Under“, „CSI“ oder „Crossing Jordan“), die das Publikum in allen forensischen Details über die konkrete Materialität der Toten aufklären; sichtbar wird sie auch in neu gestalteten Bestattungspraktiken oder in den öffentlichen Debatten um Sterbehilfe, Hospizbewegung, Transplantationsmedizin oder das biotechnologische Versprechen der Langlebigkeit – wenn nicht gar „Unsterblichkeit“. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt daher die Frage, ob sich gegenwärtig ein kulturelles System von Symbolen und Ritualen zu entwickeln beginnt, das zu einer neuen Sichtbarkeit des Todes und der Toten beiträgt.
650 0 _aDeath in mass media
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