Unmenge : a Wie verteilt sich Handlungsmacht? / Edited by Ilka Becker; Astrid Kusser; Michael Cuntz.
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TextSeries: Mediologie ; 16. | Schöningh and Fink Literature and Culture Studies E-Books, Collection 2007-2012, ISBN: 9783657100057Publisher: Paderborn : Wilhelm Fink Verlag, 2008Description: 1 online resourceContent type: - text
- computer
- online resource
- 9783846744581
- 307.01 23
- BD438
Preliminary Material / Ilka Becker , Michael Cuntz and Kusser Astrid -- In der Unmenge / Ilka Becker , Michael Cuntz and Astrid Kusser -- Individuation, Werden und Kollektiv / Michael Cuntz -- Ergänzende Bemerkung zu den Konsequenzen des Individuationsbegriffs / Gilbert Simondon -- Eyes Wide Shut / Lorenz Engell -- Agencement und Amusement / Ilka Becker -- Unmenge als Kategorie singulärer Erfahrung / Kerstin Andermann -- Mengenlehre / Julian Rohrhuber -- Kontingenz und Handlungsmacht im zeitgenössischen Kino / Thomas Elsaesser -- Mixed zone – Wie man den Toten begegnet / Michael Cuntz -- Lebende Tote und geheime Communitas / Arno Meteling -- Cakewalking: Fluchtlinien des Schwarzen Atlantik um 1900 / Astrid Kusser -- Das Gespenst des Herkules / Peter Linebaugh and Marcus Rediker -- Vom Sinken / Felix Axster -- Marx und Foucault auf Lesbos / Vassilis Tsianos and Serhat Karakayali -- Metaphysik und Gewalt / Andrew Haas -- Der Mythos von der schöpferischen Menge / Leander Scholz -- Abbildungsnachweise / Ilka Becker , Michael Cuntz and Kusser Astrid -- Autor/innenangaben / Ilka Becker , Michael Cuntz and Kusser Astrid.
In der Gegenwart ist die Liste möglicher Akteure scheinbar ins Unüberschaubare angewach-sen. Nimmt dabei die Hand-lungsmacht des Einzelnen in dem Maße ab, wie die Zahl der potentiellen Akteure zunimmt und auch Tiere, Dinge, (Un-)Tote oder Systeme umfasst? Oder aber ist die Logik, auf der diese Rechnung beruht, selbst frag-würdig geworden? Die Unmenge konfiguriert sich in wechselnden, raumzeitlichen Situationen ständig neu. In ihr sind wir Unzählige, die ohne dauerhafte Gestalt oder stabile Ontologie gemeinsam in Hand-lungen und Kämpfe verwickelt sind. Eine dominante Version der Moderne teilte die Sphären von Mensch, Natur und Technik von-einander ab, um einen stabilen Status von Subjekten und Objek-ten sowie regulierten Zugang zu (politischer) Repräsentation si-cherzustellen. Mit der Problemati-sierung dieser Moderne ist je-doch fragwürdig geworden, wer oder was überhaupt Träger von Handlungen sein kann. Was häu-fig als Einschränkung oder Verlust diagnostiziert wird, lässt sich e-benso als Ausbreitung oder Er-weiterung verstehen. Welches sind somit neue Formen der Handlungsmacht, die sich nicht nur in der gegenwärtigen Situa-tion, sondern auch in einem symptomatischen Blick auf histo-rische Bewegungen ausmachen lassen? Der Band rückt die Figur der Un-menge als Genealogie der Ge-genwart und Gegenentwurf zur zählbaren und repräsentierten Gemeinschaft (wie Volk, Nation, Menschheit) ins Zentrum. Er ana-lysiert diejenigen Formen der Handlungsmacht, denen histo-risch kein legitimer Ort der Reprä-sentation zugewiesen werden konnte. Dass diese Formen gleichwohl Veränderungen er-möglichten, lässt sich erst nach-träglich in symptomatischen Lektüren nachvollziehen. Die Publikation setzt drei Schwer-punkte: Unter dem Stichwort Mischwesen geht es um Relationen zwischen Menschen und technischen Wesen bzw. ästhetischen Artefakten, in de-nen klare Grenzziehungen eben-so fragwürdig geworden sind wie die Zuschreibungen Sub-jekt/Objekt oder aktiv/passiv. Wiedergänger befasst sich mit Konstellationen und Ereignissen, in denen Akteure, deren Hand-lungsmacht oder schiere Existenz vom ‚gesunden Menschenvers-tand’ oder der herrschenden Meinung vehement verdrängt oder negiert werden, von den Rändern ins Zentrum der Wahr-nehmung zurückkehren. Gewal-tenteilung schließlich nähert sich der Rolle der großen oder unbe-stimmbaren Zahl in politischen Kontexten und analysiert die Grenzen souveräner Macht.
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